Werden Sie Bio-Produzent

pictogramme poule

Sie haben sich für eine umweltfreundlichere Landwirtschaft entschieden? Sind Sie gerade dabei, auf ökologischen Landbau umzustellen? Sie möchten Ihre Aktivitäten und Erzeugnisse aufwerten und bio-zertifizieren lassen? Sie möchten Ihre Erzeugnisse mit dem BIO-Label vermarkten? Nachfolgend finden Sie alle Informationen, die Sie für Ihre Produktion benötigen, egal ob im Pflanzenbau oder in der Tierhaltung.

Wie sieht Ihre BIO-Tätigkeit aus?

Sie führen einen landwirtschaftlichen Betrieb und möchten Ihre verschiedenen Aktivitäten anmelden. Dabei kann es sich um Mischkultur, Viehzucht, Gemüseanbau, Obstbau (einschließlich Weihnachtsbäume), Brachland, Pilzzucht oder Naturgebiete handeln.

Was sind die wesentlichen Informationen, um Ihre Tätigkeit als BIO-Erzeuger zu starten?

Um Ihre BIO-Produkte vermarkten zu dürfen, müssen Sie zunächst eine Umstellungsphase durchlaufen.

Um für Ihren Betrieb eine Bio-Zertifizierung zu erhalten, ist eine Umstellungszeit erforderlich, die je nach Aktivität am Standort zwischen zwei und drei Jahren liegt.  Diese Umstellung umfasst die Parzellen und die eventuell vorhandenen Tiere. Während dieses Zeitraums müssen alle Vorschriften für die ökologische Produktion eingehalten werden und das Produkt darf nicht als BIO-Produkt vermarktet werden. Bevor Sie Ihre BIO-Zertifizierung erhalten, bekommen Sie eine Umstellungsbescheinigung.

Die Umstellungszeit hängt von der Art der angebauten Pflanzen ab. Nachfolgend haben wir die möglichen Umstellungsszenarien schematisch dargestellt.

cochon
schema-producteurs-de-1
schema-producteurs-de-2
schema-producteurs-kulturen
schema-producteurs-weiden
vache

Bei der Tierzucht ist eine kombinierte Umstellung auf BIO von zwei Jahren für den gesamten Betrieb (Parzellen und Tiere) möglich. Bei Rindern, die zum Zeitpunkt der BIO-Anmeldung bereits vorhanden sind, beträgt der Umstellungszeitraum zwei Jahre. Herkömmliche Rinder, die danach gekauft werden, müssen ¾ ihres Lebens ohne Unterbrechung auf einem Öko-Betrieb verbringen, um den ÖKO-Status zu erhalten, wobei die Umstellungsperiode bei Rindern unter einem Jahr mindestens ein Jahr beträgt.

Für Nichtpflanzenfresser (Schweine und Geflügel) kann die Umstellung der Freilandfläche auf 6 Monate verkürzt werden, wenn vor dem Zeitpunkt der BIO-Anmeldung der Freilandfläche keine unzulässigen Produkte eingesetzt wurden und das Ergebnis der Bodenuntersuchung auf chlor- und phosphororganische Pestizide negativ ist.

Das Saat- und Pflanzgut

Das von Ihnen verwendete Saat- und Pflanzgut muss aus biologischem Anbau stammen. Falls kein biologisches Saatgut verfügbar ist und gemäß den Auflagen Ihrer Region, können Sie eine Ausnahmegenehmigung für unbehandeltes konventionelles Saatgut vorzugsweise über die Website von Organicxseeds oder über das Ausnahmegenehmigungsformular Ihrer Region – Wallonien, Brüssel und Großherzogtum Luxemburg, Flandern – beantragen.

choux bio
culture de plante bio

Fruchtbarkeit und Aktivität des Bodens

Der Respekt des Zyklus der Natur ist ein wesentlicher Bestandteil der Philosophie in der ökologischen Landwirtschaft. Daher muss die Fruchtbarkeit und Aktivität des Bodens vor allem durch mehrjährige Fruchtfolgen, den Anbau von Gründüngungspflanzen und Leguminosen, die Wiederverwertung und Kompostierung organischen Materials erhalten oder erhöht werden.

Die Liste der zusätzlich zugelassenen Düngemittel oder Bodenverbesserer natürlichen Ursprungs oder Derivate von Natursubstanzen finden Sie im Anhang 1 der Öko-Verordnung der EU.

Achtung: In der Öko-Verordnung ist Hydrokultur untersagt.

Schädlinge, Unkraut und Krankheiten

Es ist wichtig, dass Sie alle möglichen Mittel zur Vorbeugung einsetzen, um die Auswirkungen von Schädlingen, Unkraut und Krankheiten zu begrenzen, und zwar durch die Verwendung resistenter Sorten, Bodenbearbeitung (Hacken, Eggen usw.), Fruchtfolge und Vergesellschaftung von Kulturen, Anpflanzung von Hecken, die die Artenvielfalt und das Vorhandensein von Nützlingen fördern, und wenn nötig durch den Einsatz biologischer Schädlingsbekämpfung.

Andere ergänzende Mittel zur Schädlingsbekämpfung sind im ökologischen Landbau nur erlaubt, wenn sie im Anhang II der Öko-Verordnung der EU aufgeführt sind.

Die europäische Verordnung legt die im ökologischen Landbau zugelassenen Wirkstoffe fest. Die Handelsform muss jedoch vom Mitgliedstaat zugelassen sein. Sie können die Genehmigung zur Verwendung eines in Belgien im ökologischen Landbau zugelassenen Pestizids auf der Website www.fytoweb.be überprüfen.

tomate bio

Die Herkunft der Tiere

Es sollten vorzugweise angepasste und resistente, heimische oder lokale Linien und Rassen ausgewählt werden. Die Tiere müssen auf dem Hof geboren sein oder von einem BIO-Hof stammen.

In bestimmten Fällen (Aufbau des Viehbestands, Erneuerung des Bestands usw.) sind Ausnahmen möglich, die von der zuständigen Behörde Ihrer Region genehmigt werden müssen. Die betroffenen Tiere durchlaufen eine Umstellungsphase, deren Länge je nach Tierart unterschiedlich ist.

poules dans un jardin
agriculteur près d'une vache

Die Unterbringung und Auslauf

Alle Tiere haben Zugang zu Auslaufplätzen im Freien. Sobald die Wetterbedingungen es zulassen, werden Wiederkäuer auf der Weide gehalten.

Jedes Tier hat eine Mindestfläche, die im Inneren der Gebäude eingestreut ist, so dass es sich frei bewegen kann. Das Gebäude verfügt über eine ausreichende natürliche Belüftung und natürliches Licht.

Die Größe der Tierhaltungsbetriebe ist aus Tierschutzgründen begrenzt.

Die Öko-Verordnung untersagt die flächenunabhängige Tierhaltung.

Das Futter

Mindestens 60 % des Tierfutters muss im eigenen Betrieb oder in Kooperation mit Betreibern aus der gleichen Region erzeugt werden. Die Fütterung junger Säugetiere erfolgt mit Muttermilch oder natürlicher Milch.

Alle Futtermittel müssen aus biologischem Anbau stammen, es sei denn, die Region gewährt eine vorübergehende Ausnahmeregelung (z. B. anerkannte Dürre, Feuer usw.). Diese Ausnahmeregelungen bleiben jedoch die Ausnahme. Die Futtermittel müssen nach der Öko-Verordnung zugelassen sein und dürfen auf keinen Fall aus GVO stammen.

Die Verwendung von Umstellungsfuttermitteln ist in begrenztem Umfang gestattet, je nach Art des Futtermittels und Status der Umstellung.

Die Verwendung von Futtermittelzusatzstoffen und anderen Substanzen ist gemäß den Beschränkungen der europäischen Verordnung möglich.

Die ökologische Landwirtschaft untersagt die Zwangsfütterung.

cochons qui se nourrissent
élevage de cochon en extérieur

Die Verhütung und Behandlung von Krankheiten

Die Vorbeugung und die Stimulation der natürlichen Abwehrkräfte sind zwei Pfeiler der biologischen/ökologischen Tierhaltung. Bei gesundheitlichen Problemen werden vorrangig Homöopathie und Phytotherapie eingesetzt. Der allgemeine Grundsatz der biologischen/ökologischen Tierhaltung besteht darin, die Tiere nicht präventiv zu behandeln. Es gelten jedoch die allgemeinen Vorschriften für Pflichtimpfungen und -behandlungen.

Heilende Tierarzneimittel dürfen verabreicht werden, wenn die Anzahl der pro Tierart zugelassenen jährlichen Behandlungen eingehalten wird und die gesetzliche Wartezeit vor dem Inverkehrbringen verdoppelt wird, mindestens jedoch 48 Stunden beträgt.

Prüfung der Konformität von Saat- und Pflanzgut, Jungpflanzten und ökologischen Futtermitteln

Sie müssen sich vergewissern, dass die Produkte, die Sie kaufen möchten, aus ökologischem Anbau stammen oder für die Verwendung im ökologischen Landbau geeignet sind. Jeder Lieferant muss Ihnen ein gültiges Zertifikat für seine Produkte vorlegen können. Auf der Rechnung, der Etikettierung und dem Lieferschein muss auch das Attribut „BIO“ der Produkte vermerkt sein.

deux personnes qui discutent autour de choux
laitue bio

Überprüfung der für den ökologischen Landbau zugelassenen Produkte

Die Bestandteile von Düngemitteln, Pflanzenschutzmitteln, Reinigungsmitteln müssen in den Anhängen 1 und 2 der europäischen Öko-Verordnung zugelassen sein.

Keine Kontamination bei Ernte, Lagerung und Transport sowie Rückverfolgbarkeit

Es sind alle erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, um eine Vermischung und Verunreinigung durch nicht nach der Öko-Verordnung zugelassene Produkte auszuschließen.

In jeder Phase (Tagebuch über Anbau, Aufzucht, Ernte, Lagerung, Lieferung usw.) werden Aufzeichnungen geführt, um eine vollständige Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten.

radis bio
vaches dans une prairie

Korrekte Verwaltung von Mischbetrieben

Die BIO-Spezifikationen sehen die Möglichkeit vor, neben konventionellen auch BIO-Produkte zu erzeugen. Dies geschieht durch verschiedene Betriebseinheiten, bei denen die Erzeugnisse unterschieden werden können.

Im Pflanzenanbau müssen BIO-Produkte und konventionelle Produkte, Sorten, visuell unterschieden werden können. Eine Parallelproduktion ist nicht gestattet, also nicht dieselben Kulturen in BIO und konventionell.

Bei der Tierhaltung müssen Sie unterschiedliche Tierarten für die ökologische und konventionelle Aufzucht halten.

Was tun, um Kreuzkontaminationen oder unbeabsichtigte Kontaminationen zu vermeiden?

Es gibt Lösungen, um Kontaminationen dank guter landwirtschaftlicher Praxis zu vermeiden, wie z. B. die Anpflanzung von Hecken zwischen ökologischen und konventionellen Parzellen, die Verwendung angepasster und gut eingestellter Geräte oder die Verpflichtung zur Einhaltung einer Pufferzone entlang ökologischer Flächen, in der nicht gespritzt werden darf. Auch auf behördlicher Ebene werden Schritte unternommen, um solche Verunreinigungen zu verhindern. Darüber wird der Einsatz von Pestiziden durch Zulassungsvorschriften genau geregelt.

Ausführliche Informationen stehen der Öffentlichkeit auf der Website www.fytoweb.be zur Verfügung.

Wir stellen Ihnen hierfür ein Musterschreiben zur Sensibilisierung Ihrer Nachbarn zur Verfügung, die keinen ökologischen Landbau betreiben.

cochons en extérieur

Ihr Tarif hängt von der Art Ihrer Produktion (Pflanzenanbau, Tierhaltung, Milchproduktion) ab. Erfahren Sie den Tarif für Ihre Region.

Wenn Sie die Höhe der Jahresgebühr für Ihre Tätigkeit abschätzen wollen, machen Sie einen Test mit dem Gebührenrechner.

Zur Ihrer besseren Unterstützung haben wir die wichtigsten Punkte der Europäischen Öko-Verordnung in diesem Praxisleitfaden zusammengefasst.

Wir sind auch eine anerkannte BIO-Kontrollstelle für Ihre Aktivitäten im Großherzogtum Luxemburg.

guide pratique proposé par CERTISYS - règlementation de l'agriculture biologique pour les producteurs

Wie läuft Ihre BIO-Kontrolle ab?

Die BIO-Zulassungskontrolle ist die erste Kontrolle, bei der der CERTISYS-Prüfer überprüft, ob Sie die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Sie erfolgt nach Terminvereinbarung spätestens innerhalb von 30/60 Kalendertagen nach Eingang Ihrer BIO-Anmeldung. Am Ende dieser Kontrolle wird eine Umstellungsbestätigung erstellt. Während seines Besuchs prüft der CERTISYS-Inspektor folgende Elemente:

Agriculteur dans sa ferme
choux bio

Für alle Unternehmer:

  • Die Zulassungen der Lieferanten,
  • Das Beschwerdebuch,
  • Die Buchhaltung Eingang/Ausgang des zurückliegenden Geschäftsjahres,
  • Die Herkunft der Rohstoffe,
  • Die Lagerung,
  • Die Pharmazeutika,
  • Düngemittel und Pflanzenschutzmittel (Beurteilung der nicht zugelassenen Produkte).

Darüber hinaus für den Pflanzenanbau:

  • Die vollständige Beschreibung der gesamten Produktionseinheit (Liste aller angebauten Parzellen),
  • Die Anlagen (Gebäude, Lagerung, Verarbeitungs- und Verpackungsräumlichkeiten),
  • Die Verarbeitung/Überwachung der Lebensmittel nach der Ernte (Inanspruchnahme von Verarbeitern?),
  • Das Anbautagebuch (Herkunft von Saatgut/Einsatzstoffen, Eingriffe, Ernten),
  • Die Liste der Parzellen,
  • Die Bestandssituation.
choux bio
vache dans un pré

Darüber hinaus für die Tierhaltung:

  • Die gehaltenen Tierarten,
  • Die Produktart (Fleisch-/Milchproduktion, Geflügel-/Eiproduktion?),
  • Die Anlagen (Stallungen, Lagerung),
  • Die Beschreibung der Futterrationen,
  • Die Aufzuchtpraktiken,
  • Die Krankheitsvorsorge,
  • Das Haltungstagebuch (Tierverzeichnis, Fütterung, Behandlungen),
  • Die Transaktionspapiere für Tiere,
  • Die Informationen zur Biobank/Haarbank.

Die jährliche BIO-Kontrolle findet nach Vereinbarung an einem Termin, der beiden Parteien am besten passt.

Diese administrative Kontrolle findet im Betrieb statt und alle Aufzeichnungen werden überprüft. Sie soll eine Aktualisierung der Beschreibung der Produktionseinheit ermöglichen. 

Welche wichtigen Dokumente sollten Sie bereithalten und bei Ihrer BIO-Kontrolle vorlegen?

Für alle Unternehmer:

  • Die Zulassungen der Lieferanten,
  • Das Beschwerdebuch,
  • Die Buchhaltung Eingang/Ausgang des zurückliegenden Geschäftsjahres,
  • Die Herkunft der Grundstoffe,
vache dans un pré

Darüber hinaus für den Pflanzenanbau:

  • Das Anbautagebuch (Herkunft von Saatgut/Einsatzstoffen, Eingriffe, Ernten),
  • Die Liste der Parzellen,
  • Die Bestandssituation.

 

Für die Tierhaltung:

  • Das Haltungstagebuch (Tierverzeichnis, Fütterung, Behandlungen),
  • Die Transaktionspapiere für Tiere,
  • Die Informationen zur Biobank/Haarbank.

Das BIO-Kontrollsystem sieht Kontrollen durch Stichproben vor. Ihre Anzahl wird durch eine Risikoanalyse festgelegt und kann bis zu 6 Kontrollen pro Jahr betragen. Diese Besuche sind meist unangekündigt.

Die Prüfer richten ihren Besuch nach der Jahreszeit und der Produktart. Im Winter inspizieren Sie eher die Stallungen und die Lagereinrichtungen. Wenn das Wetter wieder schöner wird, inspizieren Sie die Parzellen.

Die Inspektoren nehmen Proben von Boden, Feldfrüchten oder tierischen Erzeugnissen. Die Anzahl der Proben, die über einen Zeitraum von einem Jahr genommen werden müssen, wird ebenfalls durch eine Risikoanalyse festgelegt.

vache dans un pré

Welche anderen nützlichen Dokumente gibt es, um BIO-Erzeuger zu werden?

Wünschen Sie weitere Informationen?

Kontakt